Zwei neue Lesebücher für Kinder: Herr Quast öffnet den Keller und die Bibliothek der Wörter

Benno Vorberg - Weblog Kinderbuch-Autor

Mit „Der Keller der vergessenen Wörter“ und „Die Bibliothek der ungelebten Geschichten“ sind nun die ersten beiden Bücher aus der Herr-Quast-Reihe erschienen. Beide Bücher richten sich an Kinder im Grundschulalter, an Familien, die gemeinsam lesen möchten, und an Lehrkräfte, die Geschichten suchen, die über reine Unterhaltung hinausgehen.

Im Mittelpunkt steht eine Welt, in der Wörter nicht einfach nur Wörter sind. Sie können müde werden, verloren gehen, sich verstecken, falsch benutzt werden oder plötzlich fehlen, wenn man sie am dringendsten braucht. Und genau dort beginnt Herr Quasts sonderbare Arbeit.

Der Keller der vergessenen Wörter

Im ersten Band begegnen wir Mila. Sie erlebt etwas, das viele Kinder kennen: Eine Freundin verhält sich plötzlich anders, ein vertrauter Platz ist nicht mehr selbstverständlich, und in Mila entsteht ein Gefühl, für das sie zunächst kein richtiges Wort findet.

Sie sagt „egal“, obwohl es ihr nicht egal ist. Sie sagt „okay“, obwohl nichts okay ist. Und genau in diesem Moment beginnt unter der Schule etwas zu klirren.

Hinter einer unscheinbaren Kellertür entdeckt Mila das Fundbüro der verlorenen und vergessenen Wörter. Dort bewahrt Herr Quast Wörter auf, die von Kindern und Erwachsenen zu oft falsch benutzt, zu selten gemeint oder einfach liegen gelassen wurden. „Egal“, „sorry“, „vielleicht“, „Verzeihung“, „Mut“ — sie alle haben in diesem Keller ihren eigenen Platz.

Doch tief unten im Keller wartet auch eine Gefahr: der Kürzer. Er liebt knappe Antworten, halbe Sätze und einfache Kästchen. Alles soll schneller, glatter und kürzer werden. Nur passen echte Gefühle selten in drei Auswahlfelder.

„Der Keller der vergessenen Wörter“ ist ein Kinderbuch über Freundschaft, Kränkung, Entschuldigung, Verzeihung und die Frage, warum es manchmal so schwer ist, genau das zu sagen, was wirklich gemeint ist.

Die Bibliothek der ungelebten Geschichten

Im zweiten Band öffnet sich die Welt von Herr Quast weiter. Nach dem Keller folgt ein neuer Ort: Die Bibliothek der ungelebten Geschichten.

Hier lagern keine gewöhnlichen Bücher. In dieser Bibliothek stehen Geschichten, die beinahe erzählt worden wären. Geschichten, die Kinder nicht zu Ende gedacht haben. Geschichten, die durchgestrichen, vergessen, verschoben oder nie gewagt wurden. Manche warten geduldig. Andere werden unruhig.

Denn eine Geschichte, die nie gelebt wird, verschwindet nicht einfach. Sie verändert sich.

Mila und ihre Freunde müssen lernen, dass nicht nur Wörter verloren gehen können, sondern auch Möglichkeiten: ein mutiger Satz, eine ausgesprochene Wahrheit, eine Entschuldigung, ein Widerspruch, eine Idee, die man sich nicht zu sagen traut. Und wieder ist Herr Quast zur Stelle — mit seinem Mantel voller Taschen, seinem eigenwilligen Wissen und seiner stillen Überzeugung, dass Kinder oft mehr verstehen, als Erwachsene ihnen zutrauen.

„Die Bibliothek der ungelebten Geschichten“ erweitert die Reihe um eine neue Ebene: Es geht nicht nur darum, Wörter zu finden, sondern auch darum, Geschichten nicht vorschnell aufzugeben.

Warum diese Bücher für Kinder wichtig sind

Kinder wachsen heute in einer Welt auf, in der Sprache oft schneller wird. Nachrichten werden abgekürzt, Gefühle mit Symbolen ersetzt, Antworten in Auswahlfelder gepresst. Das ist nicht automatisch falsch. Aber es kann dazu führen, dass Kinder für das, was in ihnen geschieht, keine passenden Wörter mehr finden.

Die Herr-Quast-Bücher erzählen genau davon — ohne erhobenen Zeigefinger.

Sie zeigen, dass Sprache nicht nur Schulstoff ist. Sprache ist ein Werkzeug, ein Schutzraum, eine Brücke. Wer sagen kann, dass er gekränkt ist, muss nicht so tun, als sei ihm alles egal. Wer „Stopp“ sagen kann, bekommt eine Grenze. Wer „vielleicht“ sagen darf, muss nicht sofort entscheiden. Und wer eine Geschichte erzählen kann, ist weniger allein mit dem, was er erlebt.

Für wen eignen sich die Herr-Quast-Bücher?

Die Bücher sind besonders geeignet für:

Eltern, die ihren Kindern spannende und zugleich sinnvolle Lesebücher anbieten möchten.
Großeltern, die ein besonderes Kinderbuch verschenken wollen.
Lehrkräfte, die Geschichten über Sprache, Gefühle, Freundschaft und Miteinander suchen.
Kinder im Grundschulalter, die fantastische Geschichten mögen, aber keine bloße Zauberei brauchen.
Familien, in denen Vorlesen, gemeinsames Nachdenken und Gespräche über Gefühle wichtig sind.

Beide Bücher können unabhängig gelesen werden. Wer mit dem ersten Band beginnt, lernt Milas Welt und Herr Quasts Keller von Anfang an kennen. Der zweite Band führt diese Welt weiter und öffnet mit der Bibliothek einen neuen, geheimnisvollen Raum.

Kinderbücher über Sprache, Fantasie und Mut

Die Herr-Quast-Reihe verbindet Spannung, leisen Humor und sprachliche Fantasie mit Themen, die viele Kinder aus ihrem Alltag kennen: Freundschaft, Ausgrenzung, Missverständnisse, Mut, Entschuldigung und der Wunsch, verstanden zu werden.

Dabei geht es nicht darum, Kindern „bessere Wörter“ beizubringen wie in einem Arbeitsheft. Es geht darum, ihnen zu zeigen, dass Wörter etwas können. Sie können verletzen, trösten, klären, schützen, öffnen. Und manchmal können sie sogar eine Tür in einen Keller oder in eine Bibliothek öffnen, die vorher niemand gesehen hat.

„Der Keller der vergessenen Wörter“ und „Die Bibliothek der ungelebten Geschichten“ sind ab sofort bei epubli erhältlich und können dort als Printbuch bestellt werden.


Häufige Fragen zu den Herr-Quast-Büchern

Für welches Alter sind die Herr-Quast-Bücher geeignet?
Die Bücher richten sich vor allem an Kinder im Grundschulalter. Sie eignen sich zum Vorlesen ebenso wie für Kinder, die schon längere Geschichten selbst lesen möchten.

Worum geht es in der Herr-Quast-Reihe?
Die Reihe erzählt von Kindern, die entdecken, dass Wörter und Geschichten lebendiger sind, als sie dachten. Mit Herr Quast begegnen sie verlorenen Wörtern, halben Sätzen, ungelebten Geschichten und der Frage, wie Sprache helfen kann, Gefühle besser zu verstehen.

Sind die Bücher auch für die Schule geeignet?
Ja. Die Themen Sprache, Freundschaft, Entschuldigung, Grenzen, Gefühle und Erzählen eignen sich gut für den Einsatz im Deutschunterricht, für Vorlesestunden oder für Gespräche in der Grundschule.

Müssen die Bücher in der richtigen Reihenfolge gelesen werden?
Es ist sinnvoll, mit „Der Keller der vergessenen Wörter“ zu beginnen, weil dort Mila und Herr Quast eingeführt werden. „Die Bibliothek der ungelebten Geschichten“ kann danach als Fortsetzung gelesen werden. Dennoch sind beide Geschichten voneinander unabhängig lesbar.

Wo sind die Bücher erhältlich?
Die Bücher sind bei epubli erschienen und in allen Online-Buchhandlungen als eBook oder als Printausgabe bestellbar.

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